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Invasive Pflanzen auch in Linz auf dem Vormarsch

Kritik an fehlender Gegenstrategie der Stadt Linz

6. Mai 2026
in Freizeit, Land, Linz, Politik
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In Linz breiten sich invasive, gebietsfremde Pflanzenarten immer stärker aus – besonders entlang von Flussufern, Bahndämmen und in Parks. Diese sogenannten „Neophyten“ verdrängen heimische Pflanzen, verändern Ökosysteme und können sowohl Infrastruktur als auch die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen. LinzPLUS fordert nun klare Maßnahmen von der Stadt.

Aktuell sind solche Pflanzen unter anderem an der Donaulände sowie in den Traunauen, am Diesenleitenbach und im Haselgraben zu finden. Fachleute warnen, dass vor allem im Stadtgebiet der Verlust an biologischer Vielfalt schwer wiegt.

Auch das Ufer des Haselbachs wächst mittlerweile jährlich wiederkehrend mit Neophyten zu. (Foto: Redaktion)

Trotz bestehender EU-Vorgaben zur Bekämpfung invasiver Arten sowie eines oberösterreichischen Landesgesetzes aus dem Jahr 2017 gibt es bislang keine umfassende und koordinierte Strategie der Stadt Linz. Derzeitige Maßnahmen wie unregelmäßiges Mähen oder das Liegenlassen von Pflanzenresten gelten laut Experten sogar als kontraproduktiv.

„Traunauen, Donau, Diesenleitenbach, Haselgraben – überall sehe ich diese Neophyten wuchern. Und engagierte Linzer, die dagegen ankämpfen. Ich frage mich: Tut die Stadt genug? Und was genau?“
LinzPLUS-Gemeinderätin Brita Piovesan

Engagement kommt derzeit vor allem von Privatpersonen und Organisationen wie dem Naturschutzbund, die sich aktiv gegen die Ausbreitung einsetzen. Die Gemeinderatspartei LinzPLUS nimmt dies zum Anlass, eine offizielle Anfrage an den Gemeinderat zu richten. Gefordert werden unter anderem eine systematische Erfassung der betroffenen Flächen, konkrete Bekämpfungsmaßnahmen, die Umsetzung bestehender gesetzlicher Vorgaben sowie stärkere Unterstützung für engagierte Initiativen.

Zudem wird angeregt, die Bevölkerung stärker einzubinden – etwa durch Informationskampagnen oder Bürgerprojekte. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen und gemeinsam wirksame Lösungen zu entwickeln.


INFO
Invasive, gebietsfremde Pflanzenarten verursachen in sensiblen Bereichen wie Flussufern, Bahndämmen und Parks eine ganze Reihe konkreter Probleme – ökologisch, gesundheitlich und auch wirtschaftlich. Die drei von dir genannten Arten zählen zu den besonders problematischen:

Japanischer Staudenknöterich
Diese Pflanze breitet sich extrem schnell aus und bildet dichte Bestände, die kaum andere Pflanzen durchlassen.

  • Verdrängung heimischer Arten: Er nimmt Licht, Platz und Nährstoffe weg – die Biodiversität sinkt stark.
  • Schäden an Infrastruktur: Seine kräftigen Wurzeln können Asphalt, Mauern, Uferbefestigungen und sogar Fundamente beschädigen.
  • Erosionsgefahr: Im Winter sterben die oberirdischen Teile ab – zurück bleibt ungeschützter Boden, der leichter weggeschwemmt wird.

Riesenbärenklau
Neben seiner aggressiven Ausbreitung ist er vor allem wegen seiner Wirkung auf den Menschen problematisch.

  • Gesundheitsgefahr: Der Pflanzensaft kann in Kombination mit Sonnenlicht schwere Hautverbrennungen verursachen.
  • Verdrängung anderer Pflanzen: Auch er bildet dichte Bestände und reduziert die Artenvielfalt.
  • Gefahr in öffentlichen Räumen: Besonders kritisch in Parks und an Wegen, wo Menschen direkt in Kontakt kommen können.

Beifuß-Ambrosie (Taubenkraut)
Diese Pflanze ist vor allem aus gesundheitlicher Sicht problematisch.

  • Stark allergene Pollen: Sie kann heftige Allergien, Heuschnupfen und sogar Asthma auslösen – schon geringe Mengen reichen aus.
  • Lange Blütezeit: Verlängert die Pollensaison bis in den Herbst hinein.
  • Schnelle Verbreitung: Besonders entlang von Verkehrswegen und offenen Flächen.

Gesamtproblematik
Alle diese Arten haben gemeinsam, dass sie sich schnell ausbreiten, schwer zu bekämpfen sind und bestehende Ökosysteme massiv verändern. Diese Pflanzen haben zudem meist keine natürlichen Feinde in Österreich. Dadurch:

  • verdrängen sie heimische Arten und reduzieren die Biodiversität
  • verändern Lebensräume und Bodenbedingungen
  • können Infrastruktur beschädigen
  • verursachen Gesundheitsprobleme (z. B. Allergien oder Hautreizungen)

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